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Juli 2008

Doppelspitze wider Willen: Mexiko, das Land der zwei Präsidenten - Teil II

Als López Obradors Kandidatur für die Nachfolge von Fox bekannt wurde, konnte dieser kaum entzückt gewesen sein. „Wenn Andrés Manuel Präsident wird, steckt er mich ins Gefängnis“, soll er damals gesagt haben. Laut López Obrador begann damit die Schmutzkampagne gegen seine Person. Zunächst wurde versucht, ihn mit legalen Mitteln auszuschalten. Gegen ihn wurde ein Prozess angestrengt, weil er als Bürgermeister von Mexiko-Stadt verantwortlich gewesen sein soll für den Weiterbau einer Straße über ein umstrittenes Privatgrundstück trotz gerichtlicher Untersagung. Der Kongress entzog ihm die Immunität. Seine politischen Gegner wussten wohl, dass er mit einer anhängigen Anklage nicht für die Präsidentenwahl würde kandidieren können. López Obrador legte sein Amt als Bürgermeister nieder und organisierte Protestveranstaltungen für sich.

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Doppelspitze wider Willen: Mexiko, das Land der zwei Präsidenten - Teil I

Seit den Wahlen im Juli 2006 „regiert“ Andrés Manuel López Obrador, der Rivale von Felipe Calderón im Kampf um das höchste Staatsamt, als „legitimer Präsident“ im Schatten der offiziellen Politik. AMLO, wie er aufgrund der Initialen seines Namens gerufen wird, ist Kämpfen in der Defensive gewöhnt. Das mexikanische System der Korruption und Vetternwirtschaft habe ihm den politischen Sieg und dem Volk die Hoffnung auf Besserung genommen, wiederholt er gebetsmühlenartig bei seinem Auftritt in dem kleinen Ort Chicxulub in Yukatan wie im ganzen Land: „wir haben mit großem Abstand gesiegt.“ In Wirklichkeit habe er vier Millionen Stimmen mehr auf sich vereinigen können als der offizielle Amtsinhaber Felipe Calderón.

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Deutsche Akademikerin: Lieber nach Mexiko statt arbeitslos in Deutschland

Im Hotel Hyatt Regency in Cancún fällt sie auf: groß, blond, deutsch und immer ein Lachen im Gesicht. Veronika Burgmaier (24), die Diplom-Betriebswirtin aus Passau, genießt den offenen Umgang in Mexiko. „Hola chica“: die Mexikaner schauen ihr nach, wenn sie durchs Hotel spaziert von ihrem kleinen, fensterlosen Büro in der Marketing-Abteilung in die große, lichtdurchflutete Lobby, und zurück.

Die Aufmerksamkeit ist Balsam für ihre Seele. Denn eigentlich ist sie auf der Flucht vor einer Depression, die viele ihrer ehemaligen Studienkollegen bereits erfasst hat. Die Aussichten auf einen Job in Deutschland beschreibt sie so: „Man muss im Ausland gewesen sein, mindestens eine Fremdsprache fließend können, am besten fünf, man muss sich sozial engagieren, und dann sortieren sie einen trotzdem aus, weil es viel zu viele Bewerber gibt.“

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