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Mentalität

Laute Mexikaner - leise Deutsche: Viel mehr als bloß ein "kultureller" Unterschied

Sozialwissenschaftler schätzen den Rückstand Mexikos im Vergleich zu Deutschland auf 300 Jahre. Also Mexiko sei heute auf einem Stand wie Deutschland vor 300 Jahren. Dabei geht es nicht um Details wie das Frauenwahlrecht, dass in Deutschland 1918 eingeführt wurde und in Mexiko 1953, das wären nur 35 Jahre Unterschied. Es geht um den allgemeinen Entwicklungsstand der Menschen und der Gesellschaft, im Wesentlichen um das Verständnis für das Gemeinwohl, das sich wiederum auswirkt auf die Ablehnung von Korruption, die wirtschaftliche Produktivität, Arbeitsmoral, ethische Werte und viele Faktoren mehr.

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"Weiberparadies" versus "absurde Telenovela"

Südländisches Temperament, gefälliges Äußeres, jungenhafter Charme: damit hatte José [Name geändert] aus Mexiko-Stadt bei der Damenwelt auf Anhieb Erfolg, seit er im April 2011 nach Deutschland gekommen war. Auch bei Kati, alleinerziehende Mutter aus Berlin. Sie lernte den Anfang-Vierziger im Januar 2012 auf einer Party kennen. Schon im April heirateten die beiden.

"Nach zwei Scheidungen hatte ich zwar nicht mehr an eine dritte Ehe gedacht, aber ich war unsterblich verliebt, er war für mich in vielerlei Hinsicht ein sehr attraktiver Mann", erzählt die Berlinerin, die schon einmal mit einem Mexikaner verheiratet war und aus dieser Beziehung ihre Tochter hat. "Wir träumten und schwärmten von einer gemeinsamen Zukunft in Berlin und davon, in einer ferneren Zukunft gemeinsam in sein Heimatland Mexiko zurückzukehren."

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Mexikanische Nährböden für Fälle wie Cassez

Wie man in Mexiko einem korrupten Justizsystem ausgeliefert ist und an der Böswilligkeit seiner Einwohner verzweifeln kann.

“Silke, machen wir das nicht schwerer, verschwinde besser in dein Land, klar, wenn du nicht willst, dass dir etwas passiert. Stell dir vor, in Mexiko sind die Gesetze nicht so wie in deinem Land und dich ins Gefängnis zu bringen, ist einfacher. Wie traurig, wenn du deine Jahre hinter Gittern verbringst. Ich wiederhole es dir, das ist ein Versprechen, keine Drohung. Wir geben dir einen Monat, damit zu gehst. Ansonsten werden die Versprechen schlimmer werden.”

Wenn man so eine Droh-e-mail erhält, muss man wohl etwas ganz Schlimmes gemacht haben. In Mexiko ist das Schlimmste, was man machen kann, die Wahrheit zu sagen - und genau das hatte ich getan.

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Chronik eines angekündigten Verrats

92 Prozent aller Straftaten in Mexiko werden niemals verfolgt, 98 Prozent niemals geahndet, wie die Nationale Menschenrechtskommission Mexikos CNDH beklagt. Nicht nur das: auch wer eine Straftat anonym anzeigt, muss Rache und oft um sein Leben fürchten, denn das Justizsystem selbst verrät die Daten an die Verbrecher, wie dieses Beispiel zeigt. Die gesellschaftlichen Konsequenzen dieses Verrats sind verheerend.

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"Mit wem möchten Sie sprechen?"

Telefonisch Auskunft zu bekommen, ist in Mexiko ein nervenaufreibendes und langwieriges Unterfangen, bei dem der Informationsbedürftige meist aus Verzweiflung die Segel streicht, was offenbar beabsichtigt ist. Wenn Kommunikation nicht so wichtig wäre, würden die zeitverschwenderischen und ärgerlichen Dialoge durchaus als Parodie durchgehen.

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Die "Normalität des Bösen”

Ausländer, die nach Lateinamerika kommen, sind durch die globale Vernetzung meist schon gewarnt, doch sie verkennen leicht die “Normalität des Bösen”, die dort als anerkannte Daseinsform gilt, als legitime Strategie gegen die Widrigkeiten des Lebens. Wie ist es möglich, fragt man sich als aufgeklärter Europäer, dass in so einem schönen und reichen Land wie Mexiko solche Dämonen ihr Unwesen treiben? Warum lassen sich die Mexikaner Drogenhandel und Korruption gefallen? Warum tun sie nichts? Nun, sie sind im Großen und Ganzen mit dem gleichen Virus infiziert wie die Leute, von denen sie terrorisiert werden, und dieses Virus ist hartnäckiger als die Schweinegrippe.

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