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Reportagen

Münchner Oktoberfest wird 200 Jahre alt

Derzeit gleichen sich die Bilder in Deutschland und Lateinamerika ein wenig: hier wie dort bewegen bedeutende 200-jährige Jubiläen Massen von Menschen, zwängen sie in bunte Kostüme und dienen als Rechtfertigung für reichlich Alkoholkonsum und andere finanzielle Ausgaben.

Natürlich hat das Münchner Oktoberfest einen weit weniger bedeutsamen Hintergrund: der Anlass war von vornherein nur das kollektive Feiern an sich. Am 17. Oktober 1810 fand das Fest zum ersten Mal statt. Der bayrische Kronprinz Ludwig und seine Frau Prinzessin Therese veranstalteten anlässlich ihrer Hochzeit vor den Stadtmauern Münchens ein Pferderennen für die Bevölkerung. Seitdem wird das Gelände Theresienwiese genannt und das Oktoberfest im Volksmund kurz "Wiesn".

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Ausstellung "Das Potosí-Prinzip" beleuchtet Kunst und Kommerz

Mit der Entdeckung von Silber im bolivianischen "Cerro Rico" und seiner Ausbeutung in der Minenstadt Potosí begannen das kapitalistische System und die Globalisierung von Geld und Kunstwerken. Das ist der Ausgangspunkt für eine eigenwillige Ausstellung, die Gegensätze aufzeigt, aber auch vereint: "Das Potosí-Prinzip" im Haus der Kulturen der Welt in Berlin zeigt rund 20 Gemälde und Aquarelle aus dem 17. bis 19. Jahrhundert sowie zeitgenössische Antworten auf sie.

Zu den historischen Werken gehören vor allem kolonialzeitliche Bilder des sogenannten "Andinen Barock", die erstmals in Deutschland zu sehen sind. Die meisten stammen aus dem "Museo Casa Nacional de Moneda" in Potosí, aus Museen in La Paz und dem spanischen Sevilla. Einige Werke sind noch im Besitz von einzelnen Klöstern oder sogar Dorfkirchen. Sie wurden im Vorfeld vom "Museo Nacional Reina Sofia" in Madrid restauriert, das zusammen mit der spanischen Regierung und dem Haus der Kulturen der Welt die Ausstellung finanziert. 25 internationale Künstler bzw. Künstlergruppen, davon nur drei aus Bolivien selbst, waren eingeladen, das "Potosí-Prinzip" im Lichte verschiedener geographischer und politischer Gegebenheiten zu interpretieren.

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Deutschland feiert 20 Jahre "Deutsche Einheit"

Am 3. Oktober 1990 blickte die ganze Welt nach Deutschland: nicht nur das zweigeteilte Land vereinigte sich, sondern auch der Kalte Krieg zwischen dem Ostblock und den westlichen Verbündeten wurde endgültig beigelegt.

Heute, 20 Jahre später, fand die offizielle Einheitsfeier zwar in Bremen statt, am spürbarsten ist die Geschichte aber weiterhin in Berlin, der vormals geteilten Stadt, Ort des historischen Mauerfalls am 9. November 1989 und der feierlichen Zeremonie zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Auch in diesem Jahr pilgerten wieder Zehntausende Deutsche und internationale Besucher ans Brandenburger Tor.

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Deutsche und mexikanische Künstler machen Müllproblem sichtbar

"Vom Unsichtbaren zum Sichtbaren": unter diesem Motto stellt die deutsche Künstlerin Pia Lanzinger rund ein Dutzend Straßenfeger auf eine Bühne mitten im Zentrum vom Mexiko-Stadt und lässt sie singen, zum Beispiel über ihren Arbeitsalltag, von kleinen Begebenheiten und großen Problemen, ihrer Selbstein-schätzung und der Missachtung, zuweilen sogar offenen Feindseligkeit der Passanten. Der Ort ist gut gewählt: Mexiko-Stadt ist nicht nur die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, sondern auch eine "Müll-Metropole". Die einzige Mülldeponie, der „Bordo Poniente“, ist voll und juristisch bereits geschlossen, doch de facto wird weiter Tag für Tag tonnenweise Müll dort abgeladen.

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Entdeckungen eines deutschen Höhlentauchers in Yukatan

Einige der letzten unerforschten Stellen dieser Erde sind sein Arbeitsplatz: der Tauchlehrer Robert Schmittner erkundet seit vielen Jahren die wassergefüllten Höhlensysteme Yukatans. Er lebt und arbeitet im "El Dorado" der Höhlentaucher: in Tulum an der mexikanischen Karibikküste. "Wenn ich in eine neue Führungsleine in einen Tunnel verlege, weiß ich, dass das, was ich jetzt mit meinen Augen sehe, vor mir noch niemand gesehen hat", erzählt er fasziniert.

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Zwischen Dichtung aus Hollywood und Wahrheit aus dem Regenwald

Auf den ersten Blick ist Hilaria Euan Hau eine blutrünstige Mörderin, ganz so wie in Mel Gibsons Film Apocalypto" über ihr Volk, die Maya. Ohne Reue zerteilt sie die Leiche vor ihr auf dem Tisch mit einem scharfen Messer.

Doch es ist nur ein Hühnchen, kein Menschenopfer, und Hilaria hat Gott vorher um Erlaubnis gebeten, wie es die Maya traditionell tun. Und Gott hat „uts' " gesagt: „gut“ oder „schön". Hühner sind das einzige, was Hilaria jemals bewusst getötet hat. Quietschvergnügt läuft das Geflügel hinter und oft auch in ihrer kleinen stroh-bedachten Holzhütte herum. Hilaria nährt es mit viel Aufmerksamkeit und zieht es groß.

Denn die Maya wissen um das Gesetz des Lebens: Geben und Nehmen müssen im Gleichgewicht sein. Wer ein Huhn tötet, muss dafür auch eins in die Welt setzen. Und die innere Haltung, mit der beides geschehen sollte, sind Freude und Dankbarkeit. Hilaria ist freudig und dankbar, sie hat ja auch ein ruhiges Gewissen: Gott war einverstanden, das Huhn war einverstanden: alles gesetzmäßig also.

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Deutsche Archäologin erforscht Wurzeln der Menschheit in Yukatan

Alte Knochen sind ihre große Leidenschaft. Dass das kein trockenes Thema ist, sondern hochspannend, hat die deutsche Archäologin und Anthropologin Vera Tiesler Blos, die an der Universität von Yukatan im Mérida lehrt, zuletzt durch ihre Forschungen an der “reina roja” unter Beweis gestellt. Die “rote Königin”, die Vera Tiesler selbst in der Maya-Stätte von Palenque mit ausgegraben hatte, entpuppte sich als eine bis dahin fast unbekannte Herrscherin und eine Rarität in der auch bei den Maya offenbar von Männern dominierten Welt, so dass ihr der Discovery-Channel sogar eine eigene Dokumentation widmete.

Doch nicht immer führen ihre Forschungen Vera Tiesler so weit in die Geschichte zurück. Beim Kongress “Afrocaribeños” stellte sie im November 2008 in Mérida den Stand der Wissenschaft zu einem Thema vor, das ebenfalls kaum bekannt ist: die afrikanischen Wurzeln der heutigen Bevölkerung Yukatans, die zumindest seit der Spanischen Eroberung nachweisbar sind.

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Doppelspitze wider Willen: Mexiko, das Land der zwei Präsidenten - Teil II

Als López Obradors Kandidatur für die Nachfolge von Fox bekannt wurde, konnte dieser kaum entzückt gewesen sein. „Wenn Andrés Manuel Präsident wird, steckt er mich ins Gefängnis“, soll er damals gesagt haben. Laut López Obrador begann damit die Schmutzkampagne gegen seine Person. Zunächst wurde versucht, ihn mit legalen Mitteln auszuschalten. Gegen ihn wurde ein Prozess angestrengt, weil er als Bürgermeister von Mexiko-Stadt verantwortlich gewesen sein soll für den Weiterbau einer Straße über ein umstrittenes Privatgrundstück trotz gerichtlicher Untersagung. Der Kongress entzog ihm die Immunität. Seine politischen Gegner wussten wohl, dass er mit einer anhängigen Anklage nicht für die Präsidentenwahl würde kandidieren können. López Obrador legte sein Amt als Bürgermeister nieder und organisierte Protestveranstaltungen für sich.

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Doppelspitze wider Willen: Mexiko, das Land der zwei Präsidenten - Teil I

Seit den Wahlen im Juli 2006 „regiert“ Andrés Manuel López Obrador, der Rivale von Felipe Calderón im Kampf um das höchste Staatsamt, als „legitimer Präsident“ im Schatten der offiziellen Politik. AMLO, wie er aufgrund der Initialen seines Namens gerufen wird, ist Kämpfen in der Defensive gewöhnt. Das mexikanische System der Korruption und Vetternwirtschaft habe ihm den politischen Sieg und dem Volk die Hoffnung auf Besserung genommen, wiederholt er gebetsmühlenartig bei seinem Auftritt in dem kleinen Ort Chicxulub in Yukatan wie im ganzen Land: „wir haben mit großem Abstand gesiegt.“ In Wirklichkeit habe er vier Millionen Stimmen mehr auf sich vereinigen können als der offizielle Amtsinhaber Felipe Calderón.

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S.O.S aus Villa Carlota: Eine deutsche Kolonie in Yukatan im 19. Jh. - Teil II

Am 25. Oktober 1865 wurde das Kolonisierungsprojekt von Kaiser Maximilian in Yukatan Realität: die ersten 228 deutschen ”colonos” kamen in Sisal mit dem Schiff “San Luis” aus Hamburg an. Auf ihnen lasteten hohe Erwartungen: sie sollten das ungenutzte Land kultivieren, das Arbeitsniveau der einheimischen Bevölkerung anheben, friedenstiftend auf die Maya-Rebellen im Kastenkrieg einwirken, möglichst bald vom Handel mit selbstproduziertem Henequén, Baumwolle und Tabak leben und die Wirtschaft ankurbeln. Doch die wenigsten waren Bauern.

Aus den Passagierlisten gehen in den meisten Fällen die Berufe der Kolonisten hervor: Metzger, Tischler, Gerber, Schneider, Schlosser, Schmiede, Uhrmacher und Bäcker waren darunter, auch ein Schornsteinfeger und sechs Bergmänner – Berufe, die in Yukatan nicht gebraucht wurden. Nur rund 22 Prozent gaben Bauer als Beschäftigung an. Außerdem war nur ein einziger Lehrer unter den Einwanderern, der auch noch recht früh aus der Kolonie weglief. Es gab keinen deutschen Arzt und keinen Priester. Der von der Regierung Yukatans als Direktor der Kolonie ernannte Moritz von Hippel hatte aber ursprünglich den Auftrag gehabt, 500 bis 600 Bauern zu rekrutieren. Von diesem Ziel war er weit entfernt und so wurden die Eintragungen in mexikanischen Listen später “geschönt”: dort tauchen hispanisierte Namen auf und mehr Bauern.

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