Skip to Content

Deutschland

Deutsche Akademikerin: Lieber nach Mexiko statt arbeitslos in Deutschland

Im Hotel Hyatt Regency in Cancún fällt sie auf: groß, blond, deutsch und immer ein Lachen im Gesicht. Veronika Burgmaier (24), die Diplom-Betriebswirtin aus Passau, genießt den offenen Umgang in Mexiko. „Hola chica“: die Mexikaner schauen ihr nach, wenn sie durchs Hotel spaziert von ihrem kleinen, fensterlosen Büro in der Marketing-Abteilung in die große, lichtdurchflutete Lobby, und zurück.

Die Aufmerksamkeit ist Balsam für ihre Seele. Denn eigentlich ist sie auf der Flucht vor einer Depression, die viele ihrer ehemaligen Studienkollegen bereits erfasst hat. Die Aussichten auf einen Job in Deutschland beschreibt sie so: „Man muss im Ausland gewesen sein, mindestens eine Fremdsprache fließend können, am besten fünf, man muss sich sozial engagieren, und dann sortieren sie einen trotzdem aus, weil es viel zu viele Bewerber gibt.“

Abonnieren Sie die LAZ, um den ganzen Artikel zu lesen.LAZ jetzt abonnieren!

S.O.S aus Villa Carlota: Eine deutsche Kolonie in Yukatan im 19. Jh. - Teil II

Am 25. Oktober 1865 wurde das Kolonisierungsprojekt von Kaiser Maximilian in Yukatan Realität: die ersten 228 deutschen ”colonos” kamen in Sisal mit dem Schiff “San Luis” aus Hamburg an. Auf ihnen lasteten hohe Erwartungen: sie sollten das ungenutzte Land kultivieren, das Arbeitsniveau der einheimischen Bevölkerung anheben, friedenstiftend auf die Maya-Rebellen im Kastenkrieg einwirken, möglichst bald vom Handel mit selbstproduziertem Henequén, Baumwolle und Tabak leben und die Wirtschaft ankurbeln. Doch die wenigsten waren Bauern.

Aus den Passagierlisten gehen in den meisten Fällen die Berufe der Kolonisten hervor: Metzger, Tischler, Gerber, Schneider, Schlosser, Schmiede, Uhrmacher und Bäcker waren darunter, auch ein Schornsteinfeger und sechs Bergmänner – Berufe, die in Yukatan nicht gebraucht wurden. Nur rund 22 Prozent gaben Bauer als Beschäftigung an. Außerdem war nur ein einziger Lehrer unter den Einwanderern, der auch noch recht früh aus der Kolonie weglief. Es gab keinen deutschen Arzt und keinen Priester. Der von der Regierung Yukatans als Direktor der Kolonie ernannte Moritz von Hippel hatte aber ursprünglich den Auftrag gehabt, 500 bis 600 Bauern zu rekrutieren. Von diesem Ziel war er weit entfernt und so wurden die Eintragungen in mexikanischen Listen später “geschönt”: dort tauchen hispanisierte Namen auf und mehr Bauern.

Abonnieren Sie die LAZ, um den ganzen Artikel zu lesen.LAZ jetzt abonnieren!

S.O.S aus Villa Carlota: Eine deutsche Kolonie in Yukatan im 19. Jh.- Teil I

“Es bleibt uns also nichts übrig als wie die hiesigen eingeborenen Indianer von Maisbrot und Wasser zu leben, deshalb sind wir wahrlich nicht nach Yucatan ausgewandert”: Not und Groll sprechen aus einem Hilfsgesuch, das die Vertreter von deutschen Einwanderern der Kolonie “Villa Carlota” im August 1866 an die kaiserliche Regierung von Yukatan richeteten. Dabei waren einige von ihnen längstens ein Jahr im Land und sie waren so vielversprechend angekündigt, so herzlich von den Einheimischen empfangen und so reich wie keine anderen Kolonisten beschenkt worden.

“Die Deutschen waren vermutlich die Siedler, die mit der größten Sympathie aufgenommen wurden”, erklärt die in Augsburg lebende mexikanische Anthropologin Alma Durán Merk, außerdem sei dies “vermutlich der erste Fall subventionierter Kolonisation in Mexiko” gewesen. Ihr ist es zu verdanken, dass dieses Stück deutscher Geschichte in Yukatan während der Regierung Mexikos durch Kaiser Maximilian von Habsburg von 1864 bis 1867 überhaupt für die Nachwelt dokumentiert wurde.

Abonnieren Sie die LAZ, um den ganzen Artikel zu lesen.LAZ jetzt abonnieren!
Inhalt abgleichen

LAZ-INFO