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Mexiko

S.O.S aus Villa Carlota: Eine deutsche Kolonie in Yukatan im 19. Jh. - Teil II

Am 25. Oktober 1865 wurde das Kolonisierungsprojekt von Kaiser Maximilian in Yukatan Realität: die ersten 228 deutschen ”colonos” kamen in Sisal mit dem Schiff “San Luis” aus Hamburg an. Auf ihnen lasteten hohe Erwartungen: sie sollten das ungenutzte Land kultivieren, das Arbeitsniveau der einheimischen Bevölkerung anheben, friedenstiftend auf die Maya-Rebellen im Kastenkrieg einwirken, möglichst bald vom Handel mit selbstproduziertem Henequén, Baumwolle und Tabak leben und die Wirtschaft ankurbeln. Doch die wenigsten waren Bauern.

Aus den Passagierlisten gehen in den meisten Fällen die Berufe der Kolonisten hervor: Metzger, Tischler, Gerber, Schneider, Schlosser, Schmiede, Uhrmacher und Bäcker waren darunter, auch ein Schornsteinfeger und sechs Bergmänner – Berufe, die in Yukatan nicht gebraucht wurden. Nur rund 22 Prozent gaben Bauer als Beschäftigung an. Außerdem war nur ein einziger Lehrer unter den Einwanderern, der auch noch recht früh aus der Kolonie weglief. Es gab keinen deutschen Arzt und keinen Priester. Der von der Regierung Yukatans als Direktor der Kolonie ernannte Moritz von Hippel hatte aber ursprünglich den Auftrag gehabt, 500 bis 600 Bauern zu rekrutieren. Von diesem Ziel war er weit entfernt und so wurden die Eintragungen in mexikanischen Listen später “geschönt”: dort tauchen hispanisierte Namen auf und mehr Bauern.

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S.O.S aus Villa Carlota: Eine deutsche Kolonie in Yukatan im 19. Jh.- Teil I

“Es bleibt uns also nichts übrig als wie die hiesigen eingeborenen Indianer von Maisbrot und Wasser zu leben, deshalb sind wir wahrlich nicht nach Yucatan ausgewandert”: Not und Groll sprechen aus einem Hilfsgesuch, das die Vertreter von deutschen Einwanderern der Kolonie “Villa Carlota” im August 1866 an die kaiserliche Regierung von Yukatan richeteten. Dabei waren einige von ihnen längstens ein Jahr im Land und sie waren so vielversprechend angekündigt, so herzlich von den Einheimischen empfangen und so reich wie keine anderen Kolonisten beschenkt worden.

“Die Deutschen waren vermutlich die Siedler, die mit der größten Sympathie aufgenommen wurden”, erklärt die in Augsburg lebende mexikanische Anthropologin Alma Durán Merk, außerdem sei dies “vermutlich der erste Fall subventionierter Kolonisation in Mexiko” gewesen. Ihr ist es zu verdanken, dass dieses Stück deutscher Geschichte in Yukatan während der Regierung Mexikos durch Kaiser Maximilian von Habsburg von 1864 bis 1867 überhaupt für die Nachwelt dokumentiert wurde.

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Die "historische Schuld" gegenüber den indigenen Völkern - Teil III

Mit einem historischen Sieg vor dem Obersten Gericht in Belize, das ihr Recht auf traditionelle Lebensweise und Landbesitz anerkannte, haben die Maya ein Exempel statuiert und die "UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker" mit Leben erfüllt. Zum ersten Mal wurde das Dokument in einem Rechtsstreit verwendet - und das auch noch mit Erfolg. Es gibt den indigenen Völkern nun eine Referenz an die Hand, um weitere Fälle auf legalem Wege und in ihrem Sinne zu lösen, wie zum Beispiel in Guatemala. Für den Bau des Wasserkraftwerks Chixoy in San Cristóbal, Alta Verapaz, wurden zwischen 1977 und 1983 Tausende Maya zwangsweise umgesiedelt und niemals entschädigt. 

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Die "historische Schuld" gegenüber den indigenen Völkern - Teil II

Wir haben eine 'historische Schuld' gegenüber den indigenen Völkern", sagt Gabriela Santinelli Recio, Abgeordnete der „Partei der Institutionalisierten Revoution“, PRI, in Yukatan. Statistisch stellen die Maya in diesem mexikanischen Bundesstaat mit fast 60 Prozent die Mehrheit der Bevölkerung, in den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungs-gremien schlägt sich das jedoch nicht nieder.

Die ethnische Zugehörigkeit korreliert vielmehr mit hoher Armut und Marginalisierung. Die Kluft hat sich über Jahrhunderte entwickelt. Die Politik ist nun gefordert, sie zu überbrücken. Bildung ist dabei ein wichtiger Aspekt. Derzeit hat der Kongress zwei Gesetzesentwürfe über die Rechte der Maya vorliegen und hat Vertreter von sozialen Organisationen sowie interessierte Bürger zu einem runden Tisch eingeladen.

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Die "historische Schuld" gegenüber den indigenen Völkern - Teil I

Deutschland und der Holocaust, Südafrika und die Apartheid, Kambodscha und die Roten Khmer: die Selbst-Erhebung des Menschen über andere Vertreter seiner Art hat viele dunkle Kapitel in der Geschichte hervorgebracht. Nicht immer dauert die Aufarbeitung so lange wie im Fall der indigenen Völker Amerikas, die jetzt erst, 500 Jahre nach dem Trauma der Eroberung durch die Europäer, zu neuem politischen Selbstbewusstsein erwachen.

Grund dafür ist die internationale Aufmerksamkeit, die den indigenen Völkern neuerdings zuteil wird. Im April und Mai 2008 hat das „Permanente Forum der Vereinten Nationen für die Belange Indigener Völker“, UNPFII, zum siebten Mal in New York getagt. Es war die erste Sitzung seit der Verabschiedung der richtungsweisenden „UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker“ am 13. September 2007.

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